„GO FOR IT“ ANSTATT:“ IS DES SCHO WOS G´SCHEITS…!“

„GO FOR IT“ ANSTATT:“ IS DES SCHO WOS G´SCHEITS…!“

Eine Geschichte meiner Glaubenssätze ...und deren Wirkung auf mein Leben

„Schreibst du schon wieder etwas über mich?“ fragte mich heute Morgen mein Sohn mit einer Mischung aus Misstrauen und Interesse…“Stört dich das?“ frag ich ihn. „Neeeein…kommt drauf an..!“ gab er zur Antwort.
Ich will ihn ja nicht ständig vorführen, nur find ich ihn (exemplarisch) immer wieder als so hilfreichen Spiegel meiner eigenen Überzeugungen und Haltungen, dass ich es richtig schade fände, folgenden Wortwechsel nicht zu erwähnen. Außerdem ist mir bewusst, dass sich diese und ähnliche Szenen x-fach auch bei anderen Familien abspielen. Kinder sind mit ihrer direkten, manchmal schonungslosen Art oft die besten Lehrmeister.
Sohn (10):“ Du Mama, ich möchte jetzt Gitarre oder Schlagzeug lernen“
Ich:“ Aber …was machen wir denn dann mit der Geige? Die spielst du doch schon so lange (er spielt seit 6 Jahren Geige), zwei Instrumente sind dir vielleicht zu viel, dann musst du wieder bei 0 anfangen, außerdem weiß ich nicht ob das jetzt noch geht…(er musste bei der Anmeldung auf ein musisches Gymnasium ein Instrument angeben)….bist du dir da wirklich sicher…?“
Sohn (ziemlich heftig):“ Du immer mit dieser negativen Haltung, die Geigenlehrerin findet es übrigens auch eine tolle Idee noch ein Instrument zu lernen…
Ich:“ ….aber ich denke doch nur laut und überlege….!“
Seine Heftigkeit hat mich dann doch ziemlich überrascht und zum Nachdenken gebracht. Ich finde nämlich gar nicht, dass ich IMMER eine negative Haltung zu neuen Vorschlägen an den Tag lege, aber….: Ich erinnerte mich nach dem Wortwechsel an einen ziemlich typischen Ausspruch meines Vaters, als ich, nach einer für mich eher ungeeigneten Wirschaftscolleg-Ausbildung, mit der neuen Idee auftauchte noch ein neues Studium (Psychologie) zu beginnen. Er sagte, einen für ihn sehr typischen Spruch: „Hast du dir des auch gut überlegt, is des scho wos G´scheites…“ Und ich erinnerte mich auch daran, wie schnell mich dieser Satz an meinem Vorhaben zweifeln ließ. Die Euphorie war plötzlich gedämpft, ich war mir dann auch gar nicht mehr so sicher, ob das denn wirklich so eine gute Idee war….außerdem wurde das Psychologiestudium damals in den 90er Jahren als eher brotloser und auch überlaufener Studienzweig angesehen.
Dieselbe Haltung ist mir in Österreich übrigens öfter begegnet, zum Beispiel als ich 6 Jahre später meine Praxis (nach abgeschlossenem Psycho-Studium und Körperpsychotherapieausbildung) im 18. Bezirk in Wien eröffnete. Ich war damals erst vor kurzem von Salzburg nach Wien übersiedelt und wusste nicht, dass der 18. Bezirk eine sehr hohe Dichte an ansässigen TherapeutInnen hatte. Um neue KlientInnen zu bekommen, graste ich damals ÄrztInnen und PsychiaterInnen in den nahen Bezirken ab und stellte mich vor.
Ein relativ bekannter Wiener Psychiater, bei dem ich vorstellig wurde, sagte zu mir:“ Ach junge Frau , hier im 18ten wird es sehr schwierig für Sie, am besten Sie gehen gleich nach Transdanubien…“ Eben neu in Wien angekommen, wusste ich nicht was er mit „Transdanubien“ meinte, aber es klang ungefähr so weit weg wie Transsylvanien.
Tatsache ist, dass ich damals zum Glück einen sehr hilfreichen Freund hatte, der mich ausnahmslos ermutigte („Du schaffst das zu 100%!“) und ich wie durch ein Wunder, nach ungefähr einem halben Jahr von meiner Selbständigkeit als Psychotherapeutin leben konnte. Immer noch muss ich an diese Zeit denken, es war eine Mischung aus Naivität und (durch meinen Freund quasi eingeimpften) positiven Glauben, der mich zum Gelingen meiner Selbständigkeit gebracht hatte. Ich hatte mir nicht einmal viel überlegt, was ich tun würde, sollte es nicht klappen.
Ähnliches hatte ich bei einem Studienaufenthalt in San Francisco erlebt, als ich meine Diplomarbeit über Körperpsychotherapie bei verschiedenen Instituten vorstellte. Die Grundresonanz war. „Yes, good idea. Go for it“, während ich in Salzburg einige entmutigende Kommentare erntete: Eine wissenschaftliche Arbeit über Körperpsychotherapie? Wird sicher schwierig, und so weiter und sofort…
Dennoch habe ich die Arbeit geschrieben und hatte sogar einen positiven, lukrativen Nebeneffekt: Da es damals wenig Zusammenfassend-Schriftliches zur Biodynamischen Körperpsychotherapie gab konnte ich die Arbeit an Ausbildungsgruppen vielfach verkaufen. Gut, dass ich mich nicht davon abbringen hatte lassen.
Bei anderen Gelegenheiten hat mich meine negativ verinnerlichten Sätze auch manchmal zögern lassen etwas Neues zu beginnen. Es gibt Dinge, die ich bereue (noch) nicht getan zu haben. Zum Beispiel wollte ich immer mal eine Zeitlang in Spanien am Meer leben, habe aber den Schritt aber nie wirklich gewagt. Überhaupt wäre ich wohl noch viel mehr in der Weltgeschichte herumgereist und hätte an mehr Orten gelebt, wäre ich mehr meinen Impulsen und Wünschen nachgegangen. Aber es ist ja bekanntlich nie zu spät und JETZT ist immer der Zeitpunkt negative generationsübergreifende Sätze bei sich selbst zu ändern. Inzwischen sehe ich vor meinem inneren Auge meine kommenden Seminare am Meer abhalten und mir zumindest so etwas wie eine zweite Heimat zu schaffen, gemäß meinem neuen Motto:
GO FOR IT! NOW! BECAUSE YOU CAN!

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